Rechenkerne: DerivateV

Rechenkerne: DerivateV

Kapitalverwaltungsgesellschaften sind durch die Derivateverordnung (DerivateV) dazu verpflichtet, dem Risikomanagement und der Risikomessung besondere Bedeutung zukommen zu lassen, wenn Derivate im Investmentvermögen eingesetzt werden. Diese Verpflichtung galt es in einem gemeinsamen Projekt mit der PSplus Portfolio Software + Consulting GmbH für die Flossbach von Storch AG umzusetzen.

Im Wesentlichen gibt es innerhalb der DerivateV zwei große quantitative Anforderungen an die Risikomessung. Einerseits gilt es, das Risiko auf täglicher Basis zu schätzen. Hierbei wird der Value-at-Risk für eine Haltedauer von 20 Tagen und einem Niveau von 99% als Risikomaß verwendet und die einzelnen Risikofaktoren müssen einzeln ausgewiesen werden. Andererseits sind geeignete Stresstests zu implementieren, um ungewöhnliche Marktbewegungen simulieren zu können.

Da klassische Risikomodelle (z.B. Varianz-Kovarianz-Ansatz oder historische Simulationen) für diese Herausforderungen zu kurz greifen, wurde innerhalb des Projektes auf ein modernes statistisches Verfahren, nämlich den Block-Bootstrap, zurückgegriffen. Innerhalb des Verfahrens werden zufällige Blöcke historischer Renditen gezogen, mit denen mögliche zukünftige Entwicklungen (sogenannte Pfade) simuliert werden.

Bei der Umsetzung der Stresstests wurde zwischen Szenarioanalysen und historischen Analysen unterschieden. Während in einer Szenarioanalyse genau ein Risikotreiber variiert wird und somit einzelne Risikofaktoren isoliert betrachtet werden können, werden bei historischen Analysen alle Risikotreiber parallel verändert. Dabei können die Änderungen historischen Entwicklungen entsprechen – aber theoretisch auch beliebig vorgegeben werden. Somit sind Untersuchungen komplexer Szenarien möglich.

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Nach der reinen Umsetzung der DerivateV wurden weitere umfangreiche Zusatzmodule entwickelt, um einen zusätzlichen Mehrwert für das Portfoliomanagement zu generieren. So wurden beispielsweise der Expected Shortfall als weiteres Risikomaß implementiert, die Haltedauer und das Konfidenzniveau flexibilisiert und die Kennzahlen Zeitwertverlust bzw. Marginal-VaR implementiert. Zusätzlich abgerundet wird das Gesamtpaket durch einen State of the Art VaR-Backtest, der regelmäßig und automatisch die Qualität der Risikomodule überprüft.
Als Projektergebnis steht der Flossbach von Storch AG nun seit Ende 2012 ein leistungsfähiges und maßgeschneidertes Werkzeug für die Risikomessung und –steuerung zur Verfügung.

Zum Weiterlesen:
– Ziggel, D., Berens, T., Weiß, G.N.F., Wied, D. (2014): A New Set of Improved Value-at-Risk Backtests, Journal of Banking & Finance, Vol. 48, 29-41.
– Ziggel, D., Peters, V., Roestel, A. (2015): Mehrwert durch Risikomessung gemäß der Derivateverordnung, Absolut|report, Jg. 2015, Nr. 2, S. 62-67.

Fakten zu dieser Case Study

Produkte: Rechenkerne

Jahr: 2014

„Wir arbeiten seit 2011 mit Quasol-Rechenkernen und konnten so bereits verschiedene quantitative Fragestellungen lösen. Besonders bei der Umsetzung der DerivateV war es ein großer Vorteil, auf das finanzmathematische Know-how von Quasol zurückgreifen zu können.“

Markus Dobler
Senior Consultant
PSplus Portfolio Software + Consulting GmbH

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